Ringgröße messen: Ob für den Verlobungsring, die Eheringe oder ein besonderes Schmuckstück für sich selbst – die Frage nach der richtigen Ringgröße stellt sich früher oder später jedem. Ein Ring, der perfekt sitzt, ist nicht nur angenehm zu tragen, sondern wirkt auch optisch gleich viel hochwertiger. Er rutscht nicht, drückt nicht und fühlt sich an wie eine zweite Haut. Doch wie findet man diese magische Größe heraus, besonders wenn der Kauf eine Überraschung sein soll? Die gute Nachricht ist: Ringgröße messen ist einfacher, als die meisten denken, und erfordert weder einen Juwelierbesuch noch spezielles Werkzeug.
In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen alle bewährten Methoden, um die Ringgröße präzise zu ermitteln – ob Sie einen vorhandenen Ring als Vorlage haben oder direkt am Finger messen müssen. Wir erklären, worauf Sie achten müssen, damit das Ergebnis stimmt, wie Sie heimlich die Größe Ihres Partners herausfinden und was zu tun ist, wenn der Ring doch nicht perfekt passen sollte. Tauchen Sie ein in die Welt der Ringgrößen und stellen Sie sicher, dass Ihr nächster Ring wie angegossen sitzt.
Was bedeutet Ringgröße überhaupt?
Bevor wir mit dem Messen beginnen, ist es hilfreich zu verstehen, was die Zahl auf der Innenseite eines Rings eigentlich bedeutet. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Ringgröße als der Innenumfang des Rings in Millimetern angegeben . Eine Ringgröße von 54 bedeutet also, dass der innere Rand des Rings einen Umfang von 54 Millimetern hat. Das ist die gängigste und direkteste Methode, um die Weite zu bestimmen.
Alternativ wird manchmal auch der Innendurchmesser verwendet, also der Abstand von einem inneren Rand zum anderen. Diese Zahl ist etwas kleiner und muss für die deutsche Größenangabe erst umgerechnet werden. Die Formel dafür ist denkbar einfach: Der Durchmesser multipliziert mit der Kreiszahl Pi (3,14) ergibt den Umfang . Wer sich das Rechnen sparen möchte, findet in zahlreichen Tabellen im Internet die passenden Werte. Wichtig ist nur, dass Sie wissen, welche Zahl Sie vor sich haben – dann steht einer erfolgreichen Bestellung nichts mehr im Weg.
Die Grundlagen: Worauf es beim Messen ankommt
Der richtige Finger und die richtige Hand
Ein häufiger Fehler beim Versuch, die Ringgröße zu messen, ist die Vernachlässigung der Tatsache, dass nicht alle Finger gleich sind. Die Finger an der dominanten Hand – also der rechten Hand bei Rechtshändern – sind in der Regel etwas kräftiger und muskulöser als die der anderen Hand . Wer also einen Ring für die linke Hand sucht, aber an der rechten misst, wird ein ungenaues Ergebnis erhalten. Messen Sie daher immer an genau dem Finger und der Hand, an der der Ring später getragen werden soll .
Auch die Position des Rings am Finger spielt eine Rolle. Ein Ring sitzt normalerweise am unteren Fingerglied, nahe der Handfläche. Genau dort sollte auch die Messung erfolgen . Wer weiter oben am Finger misst, erhält einen kleineren Wert, da die Finger nach vorne hin dünner werden. Ein Ring, der nach dieser falschen Stelle bemessen wurde, wird später nicht über den Fingerknöchel passen – ein ärgerliches Problem, das sich leicht vermeiden lässt.
Der beste Zeitpunkt für die Messung
Unsere Finger sind keine statischen Gebilde – sie verändern sich im Laufe des Tages und bei unterschiedlichen Temperaturen. Morgens sind die Finger oft dünner, weil der Körper über Nacht Flüssigkeit eingelagert hat . Im Laufe des Tages, besonders bei Wärme oder nach sportlicher Betätigung, schwellen sie an und werden dicker . Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Im Winter sind die Finger generell schmaler als im Hochsommer.
Für ein wirklich zuverlässiges Ergebnis sollten Sie daher nicht nur einmal, sondern besser mehrmals am Tag messen – zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen und abends nach einem warmen Tag. Aus diesen Werten bilden Sie einen Mittelwert, der die beste Grundlage für die Wahl der Ringgröße darstellt . Messen Sie niemals, wenn Ihnen kalt ist oder Sie gerade Sport gemacht haben, denn dann sind die Werte verfälscht.
Was tun bei ausgeprägten Fingerknöcheln?
Manche Menschen haben deutlich breitere Fingerknöchel als Fingerbasis. Der Ring muss über diesen Knöchel passen, soll aber an der Basis nicht zu locker sitzen und verloren gehen. In diesem Fall messen Sie sowohl den Umfang direkt am Knöchel als auch an der geplanten Tragestelle . Liegen beide Werte weit auseinander, nehmen Sie einen Wert, der genau dazwischen liegt . Ein Ring, der so gewählt wird, lässt sich noch über den Knöchel schieben, ohne an der Basis zu sehr zu klappern. Im Zweifel ist es immer besser, die etwas größere Variante zu wählen – ein zu weiter Ring lässt sich oft noch verkleinern, ein zu enger ist problematischer.
Methode 1: Ringgröße messen mit vorhandenem Ring
Den Innendurchmesser ausmessen
Die einfachste und genaueste Methode, um die Ringgröße zu messen, ist die Verwendung eines bereits vorhandenen Rings, der perfekt passt. Dafür benötigen Sie lediglich ein Lineal – idealerweise eines mit Millimeter-Einteilung . Legen Sie den Ring flach auf das Lineal und messen Sie den Innendurchmesser an der weitesten Stelle. Das bedeutet, Sie setzen die Null an der linken inneren Kante an und lesen den Wert an der rechten inneren Kante ab .
Diesen Millimeterwert multiplizieren Sie mit 3,14 – das Ergebnis ist die deutsche Ringgröße . Ein Beispiel: Ein Innendurchmesser von 17,2 Millimetern ergibt 17,2 x 3,14 = 54, also Ringgröße 54. Wer sichergehen möchte, kann die Rechnung auch mit einem Taschenrechner prüfen oder in einer der vielen Online-Tabellen nachschlagen.
Die Ringschablone als Helfer
Noch einfacher geht es mit einer ausgedruckten Ringschablone. Viele Juweliere und Online-Shops bieten diese kostenlos als PDF zum Download an . Wichtig ist, dass Sie beim Ausdrucken darauf achten, dass die Skalierung stimmt – meist befindet sich auf dem Blatt ein Kontrollbalken, den Sie mit einem Lineal nachmessen können, um sicherzustellen, dass der Ausdruck im Originalmaßstab erfolgt ist .
Legen Sie Ihren Musterring einfach auf die verschiedenen Kreise der Schablone. Der Kreis, der exakt mit dem Innenrand des Rings übereinstimmt, zeigt Ihnen die passende Ringgröße an . Diese Methode ist nicht nur präzise, sondern auch ideal, wenn Sie mehrere Ringe vergleichen oder die Größe schnell und unkompliziert ermitteln möchten.
App-gestützte Messung
In Zeiten des Smartphones gibt es natürlich auch digitale Helfer. Spezielle Ringgrößen-Apps wie “Ringmaß” für Android ermöglichen es, die Größe mit dem Handy zu bestimmen . Dabei legen Sie einen passenden Ring direkt auf das Display und passen einen eingeblendeten Kreis so an, dass er genau mit dem Innenrand übereinstimmt. Die App zeigt dann die zugehörige Ringgröße an .
Diese Methode ist praktisch, wenn gerade kein Drucker zur Hand ist. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die App gut bewertet ist und die Kalibrierung funktioniert. Auch hier gilt: Im Zweifel lieber zweimal messen oder mit einer der analogen Methoden gegenprüfen.
Methode 2: Ringgröße messen ohne vorhandenen Ring
Die Papierstreifen-Methode
Wenn kein passender Ring als Vorlage existiert, müssen Sie direkt am Finger messen. Die bewährteste Methode dafür ist der Papierstreifen . Schneiden Sie einen etwa zehn Zentimeter langen und einen halben bis einen Zentimeter breiten Streifen von einem Blatt Papier ab . Achten Sie darauf, dass der Streifen nicht zu breit ist, sonst lässt er sich schlecht um den Finger wickeln.
Wickeln Sie den Streifen fest, aber nicht zu straff um die Basis des Fingers, an dem der Ring später sitzen soll. Der Streifen sollte sich noch leicht über den Finger drehen lassen, aber nicht verrutschen . Markieren Sie mit einem Stift genau die Stelle, an der sich der Streifen überlappt. Dann nehmen Sie den Streifen ab und messen die Länge von Anfang bis zur Markierung mit einem Lineal. Der gemessene Wert in Millimetern ist direkt Ihre Ringgröße . Bei einem Ergebnis von 54 Millimetern bestellen Sie also Größe 54.
Die Faden-Methode
Alternativ zum Papierstreifen können Sie auch einen dünnen Faden oder etwas Geschenkband verwenden . Der Vorteil: Faden ist noch flexibler und schmiegt sich besonders gut an den Finger an. Achten Sie darauf, dass der Faden nicht dehnbar ist – normales Nähgarn oder eine dünne Schnur sind ideal.
Wickeln Sie den Faden wie den Papierstreifen um den Finger, markieren Sie die Überlappung und legen Sie ihn dann flach auf ein Lineal . Auch hier entspricht die gemessene Länge in Millimetern Ihrer Ringgröße. Wiederholen Sie die Messung zwei- bis dreimal, um sicherzugehen, dass Sie immer auf den gleichen Wert kommen.
Das Ringmaßband
Die komfortabelste Variante ist ein spezielles Ringmaßband, das viele Juweliere und Online-Shops kostenlos zur Verfügung stellen . Es funktioniert wie ein Gürtel: Sie legen es um den Finger, ziehen es sanft fest und lesen die Größe direkt in einem Sichtfenster ab . Das ist nicht nur kinderleicht, sondern auch sehr genau.
Viele Anbieter versenden das Ringmaßband auf Anfrage kostenlos per Post. Das lohnt sich besonders, wenn Sie mehrere Ringe bestellen möchten oder eine besonders präzise Messung benötigen, etwa für teure Verlobungs- oder Eheringe.
Die besten Methoden im Überblick
MethodeBenötigte MaterialienGenauigkeitIdeal für
Innendurchmesser messen Vorhandener Ring, Lineal, Taschenrechner Sehr hoch Wer einen gut passenden Ring besitzt
Ringschablone Ausgedrucktes PDF, vorhandener Ring Sehr hoch Schnellen Vergleich, heimliches Messen
Papierstreifen / Faden Papier, Schere, Stift, Lineal Hoch Messung ohne Vorlage, Eigenbedarf
Ringmaßband Kostenloses Maßband vom Juwelier Sehr hoch Maximale Genauigkeit, regelmäßige Käufe
Smartphone-App Handy mit App, vorhandener Ring Mittel bis hoch Unterwegs, wenn kein Drucker verfügbar
Heimlich die Ringgröße messen: Tipps für den Überraschungsantrag
Der Klassiker: Einen vorhandenen Ring ausleihen
Der Antrag soll eine Überraschung werden, aber Sie haben keine Ahnung, welche Ringgröße Ihre Partnerin hat? Keine Sorge, es gibt clevere Wege, um diskret ans Ziel zu kommen. Die zuverlässigste Methode ist nach wie vor, einen vorhandenen Ring der Angebeteten zu verwenden . Achten Sie darauf, einen Ring zu wählen, den sie am Ringfinger der linken Hand trägt – dort wird später der Verlobungsring sitzen .
Die Herausforderung besteht darin, unbemerkt an den Ring zu gelangen. Viele Frauen legen ihren Schmuck nachts ab, beim Sport oder beim Duschen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, greifen Sie schnell zu und messen Sie den Ring mit einer der beschriebenen Methoden aus. Wichtig: Legen Sie den Ring genau an die Stelle zurück, an der Sie ihn gefunden haben, sonst fliegt die Überraschung auf. Die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Methode wird von Experten als sehr hoch eingeschätzt .
Die Freundin oder Mutter fragen
Manchmal ist der direkteste Weg auch der einfachste. Fragen Sie unauffällig die beste Freundin oder die Mutter Ihrer Partnerin . Oft wissen enge Vertraute Bescheid, vor allem wenn die Freundin bereits von Hochzeit oder Verlobung gesprochen hat. Vielleicht haben sie sogar schon einmal gemeinsam Ringe anprobiert oder besitzt die Freundin einen Ring, den sie von Ihrer Partnerin kennt und dessen Größe sie erfragen kann.
Diese Methode erfordert natürlich Fingerspitzengefühl und die Gewissheit, dass die Person diskret bleiben kann. Aber wenn die Verbindung stimmt, ist das eine der sichersten Varianten, um an die richtige Information zu kommen.
Den Ring am eigenen Finger testen
Eine spielerische Variante ist es, den Ring Ihrer Partnerin kurz am eigenen Finger anzuprobieren . Sagen Sie beiläufig etwas wie: “Wow, du hast aber schmale Finger – mal sehen, ob mir dein Ring überhaupt passt!” In den meisten Fällen wird der Ring bei einem Männerfinger nur bis zum ersten oder zweiten Glied passen. Merken Sie sich genau diese Stelle oder machen Sie – ganz unauffällig – mit dem Finger einer anderen Hand eine Markierung.
Später können Sie dann mit einem Faden messen, wie weit der Ring gekommen ist, und so auf die ungefähre Größe schließen. Diese Methode erfordert etwas Schauspieltalent und die richtige Gelegenheit, aber sie ist unverdächtig und kann gute Anhaltspunkte liefern .
Vorsicht bei Knete und Seife
Im Internet kursiert oft der Tipp, einen Ring kurz in Knete, Wachs oder ein Stück Seife zu drücken, um einen Abdruck zu nehmen. Experten raten jedoch von dieser Methode ab, da sie sehr ungenau ist . Die formbare Masse verformt sich leicht, der Abdruck wird unscharf, und am Ende müssen Sie den Ring noch aufwendig reinigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie so ein präzises Ergebnis erhalten, ist gering .
Besser ist es, den Ring kurz mit einem Lineal auszumessen oder – wenn es ganz schnell gehen muss – ihn auf ein Blatt Papier zu legen und die Innenkante mit einem spitzen Bleistift nachzufahren . Das geht schneller, ist sauberer und liefert genauere Werte.
Ringgrößentabelle und internationale Umrechnung
Die deutsche Ringgröße verstehen
In Deutschland ist die Ringgröße, wie bereits erwähnt, der Innenumfang in Millimetern. Die gängigsten Größen für Damen liegen zwischen 48 und 56 . Die mit Abstand am häufigsten gekaufte Größe ist die 54 . Bei Männern sind Ringgrößen zwischen 57 und 62 üblich, wobei auch hier die 58 besonders häufig vorkommt .
Diese Werte sind natürlich nur Richtwerte. Zierliche Frauen haben oft kleinere Größen ab 48, während größere, kräftige Frauen eher zu 56 oder größer tendieren. Wenn Sie absolut keine Möglichkeit haben, die genaue Größe zu ermitteln, sind Sie mit einer 54 bei Damen und einer 58 bei Herren auf der sicheren Seite.
Umrechnung in internationale Größen
Bestellen Sie Schmuck aus dem Ausland oder vergleichen Sie Größenangaben, stoßen Sie schnell auf andere Systeme. In Großbritannien werden Buchstaben von A bis Z verwendet, in den USA Zahlen von 1 bis 13 (oft mit halben Größen), und in Frankreich wird ähnlich wie in Deutschland der Umfang genutzt, allerdings mit einer anderen Nullpunkt-Definition .
Eine Umrechnungstabelle hilft, den Überblick zu behalten:
| Innendurchmesser (mm) | DE / Umfang (mm) | US/Kanada | UK/Australien | Frankreich | Japan |
| 15,3 | 48 | 4,5 (4-) | I 1/2 | 8,0 | 7,8 |
| 15,6 | 49 | 4,9 (4-) | J | 9,0 | 8,8 |
| 15,9 | 50 | 5,3 (5) | K | 10,0 | 9,7 |
| 16,2 | 51 | 5,7 (5-) | K 1/2 | 11,0 | 10,7 |
| 16,5 | 52 | 6,1 (6) | L 1/2 | 12,0 | 11,6 |
| 16,9 | 53 | 6,4 (6) | M 1/2 | 13,0 | 12,6 |
| 17,2 | 54 | 6,8 (6-) | N | 14,0 | 13,6 |
| 17,5 | 55 | 7,2 (7) | O | 15,0 | 14,5 |
| 17,8 | 56 | 7,6 (7-) | P | 16,0 | 15,5 |
| 18,1 | 57 | 8,0 (7-) | P 1/2 | 17,0 | 16,4 |
| 18,5 | 58 | 8,4 (8) | Q 1/2 | 18,0 | 17,4 |
| 18,8 | 59 | 8,7 (8-) | R | 19,0 | 18,3 |
| 19,1 | 60 | 9,1 (9) | S | 20,0 | 19,3 |
Quelle: Eigene Zusammenstellung nach

Spezielle Tipps für die perfekte Passform
Die Ringbreite berücksichtigen
Ein oft übersehener Faktor ist die Breite des Rings. Ein breiter Ring (ab etwa 8 Millimetern) sitzt grundsätzlich enger als ein schmales Modell, einfach weil er mehr Fläche am Finger bedeckt . Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken oder einen besonders breiten Ring wählen, sollten Sie tendenziell die größere Größe nehmen.
Auch hohe Ringe oder solche mit großen Steinen können das Tragegefühl beeinflussen. Sie neigen dazu, etwas zu kippen, was den Eindruck erwecken kann, der Ring sei zu eng. Auch hier ist die großzügigere Wahl oft die bessere.
Mehrfach messen und den Durchschnitt bilden
Wir können es nicht oft genug betonen: Messen Sie nicht nur einmal! Die Finger verändern sich, und auch Ihre Messtechnik kann minimal variieren. Wiederholen Sie die Messung an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten . Addieren Sie die Werte und teilen Sie sie durch die Anzahl der Messungen. So erhalten Sie einen verlässlichen Mittelwert, der Schwankungen ausgleicht.
Notieren Sie sich Ihre Ergebnisse – es ist immer gut, die eigene Ringgröße parat zu haben, sei es für zukünftige Geschenke oder für den Fall, dass Sie sich selbst einmal einen Ring kaufen möchten.
Im Zweifel lieber eine Nummer größer
Wenn Sie sich unsicher sind oder zwischen zwei Größen liegen, entscheiden Sie sich für die größere Variante . Ein zu großer Ring kann in den meisten Fällen noch verkleinert werden – das ist für jeden Juwelier eine Routinearbeit . Ein zu kleiner Ring zu vergrößern, ist dagegen oft aufwendiger und manchmal gar nicht möglich, besonders wenn er eine Gravur oder einen umlaufenden Steinbesatz hat .
Gerade bei Verlobungsringen, die im Moment des Antrags über den Finger gestreift werden müssen, ist es wichtig, dass sie nicht zu klein sind. Nichts ist romantik-tötender als ein Ring, der am Fingerknöchel hängen bleibt.
Was tun, wenn der Ring nicht passt?
Möglichkeiten der Änderung
Sie haben alles richtig gemacht, aber der Ring sitzt doch nicht perfekt? Keine Panik, das kommt häufiger vor, als man denkt. Ein guter Goldschmied kann Ringe in der Regel problemlos weiten oder enger machen . Bei einfachen Ringen ohne Steine wird das Material entweder gedehnt (bei kleinen Anpassungen) oder es wird ein Stück herausgeschnitten und der Ring wieder zusammengelötet (bei größeren Änderungen).
Bei Ringen mit Steinen oder aufwendigen Gravuren ist die Sache etwas komplizierter. Hier muss der Goldschmied besonders vorsichtig arbeiten, damit die Steine nicht ihren Halt verlieren . In manchen Fällen ist es sogar nötig, den Ring komplett einzuschmelzen und neu anzufertigen – das ist aber die absolute Ausnahme und kommt meist nur bei sehr komplexen Designs vor.
Kostenlose Größenanpassung als Service
Viele Juweliere und Online-Shops bieten einen kostenlosen Größenservice an, wenn der Ring nach dem Kauf nicht passen sollte . Informieren Sie sich vor dem Kauf über die genauen Konditionen. Oft ist die Anpassung innerhalb der ersten Wochen oder Monate kostenlos, besonders wenn Sie das Ringmaßband des Anbieters verwendet haben .
Achten Sie darauf, dass der Ring noch nicht graviert sein darf, wenn Sie ihn umtauschen oder ändern lassen möchten . Eine Gravur ist eine persönliche Note, erschwert aber die Anpassung oder macht sie unmöglich. Lassen Sie den Ring daher erst gravieren, wenn Sie sicher sind, dass die Größe stimmt.
“Ein Ring, der perfekt sitzt, ist wie ein guter Freund – er ist immer da, aber er drängt sich nie auf.”
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q1: Wie messe ich meine Ringgröße am genauesten?
Die genaueste Methode ist die Messung mit einem vorhandenen Ring, der perfekt passt. Messen Sie den Innendurchmesser mit einem Lineal und multiplizieren Sie den Wert mit 3,14, oder verwenden Sie eine ausgedruckte Ringschablone . Ohne Vorlage liefert ein Papierstreifen, den Sie um den Finger legen, zuverlässige Ergebnisse .
Q2: Wann ist die beste Tageszeit, um die Ringgröße zu messen?
Messen Sie am besten mehrmals – morgens, abends und an verschiedenen Tagen. Abends sind die Finger oft etwas dicker, morgens dünner . Bilden Sie aus den Werten einen Mittelwert. Vermeiden Sie Messungen bei Kälte oder direkt nach dem Sport .
Q3: Welche Ringgröße ist bei Frauen am häufigsten?
Die meistgekaufte Ringgröße für Frauen in Deutschland ist die 54 . Insgesamt tragen etwa 80 Prozent der Frauen Größen zwischen 48 und 56 . Bei Männern sind die Größen 57 bis 62 am gängigsten, wobei die 58 besonders häufig vorkommt .
Q4: Wie finde ich heimlich die Ringgröße meiner Freundin heraus?
Die beste Methode ist, einen vorhandenen Ring, den sie am Ringfinger trägt, zu verwenden. Messen Sie ihn unbemerkt mit einem Lineal oder einer Ringschablone aus . Alternativ können Sie die beste Freundin oder Mutter diskret fragen. Vom Abdruck in Knete oder Seife ist abzuraten, da diese Methode zu ungenau ist .
Q5: Kann ich einen Ring nachträglich vergrößern oder verkleinern lassen?
Ja, in den meisten Fällen ist eine Größenanpassung möglich. Ein Juwelier kann Ringe weiten oder enger machen . Bei Ringen mit Gravur oder umlaufenden Steinen ist die Änderung aufwendiger oder manchmal nicht möglich. Viele Händler bieten einen kostenlosen Größenservice an, wenn der Ring nach dem Kauf nicht passen sollte .
Q6: Was ist der Unterschied zwischen deutscher und US-amerikanischer Ringgröße?
Die deutsche Ringgröße gibt den Innenumfang des Rings in Millimetern an (z. B. 54 für 54 mm Umfang). Die US-Größe ist eine Zahl zwischen 1 und 13, oft mit halben Größen, die auf einer anderen Skala basiert . Eine Umrechnungstabelle hilft, die richtige Entsprechung zu finden .
Q7: Sollte ich bei breiten Ringen eine andere Größe wählen?
Ja, breite Ringe (ab ca. 8 mm) sitzen enger als schmale Modelle. Wenn Sie sich zwischen zwei Größen nicht entscheiden können oder einen besonders breiten Ring kaufen, wählen Sie lieber die größere Größe .
Fazit
Die richtige Ringgröße zu messen ist keine Zauberei, sondern mit den richtigen Methoden und ein wenig Sorgfalt für jeden durchführbar. Ob Sie einen vorhandenen Ring als Vorlage nutzen, mit Papierstreifen am eigenen Finger messen oder die heimliche Tour für den Überraschungsantrag wählen – entscheidend ist, dass Sie die grundlegenden Regeln beachten: Messen Sie am richtigen Finger, zur richtigen Zeit und im Zweifel lieber etwas großzügiger.
Mit den Tabellen und Tipps aus diesem Leitfaden sind Sie bestens gerüstet, um die perfekte Passform für Ihren nächsten Ring zu finden. Und sollte es doch einmal nicht auf Anhieb klappen, trösten Sie sich mit dem Wissen, dass Juweliere für genau solche Fälle die passenden Lösungen parat halten. Ein Ring, der von Herzen kommt, findet immer seinen Weg an den richtigen Finger – notfalls mit einer kleinen professionellen Nachhilfe.

