Soccer book cover featuring goalkeeper.
Sepp Maier

Sepp Maier: Die unnachahmliche “Katze von Anzing” und ihre Geschichten

Sepp Maier: Er ist der erfolgreichste Torwart der deutschen Fußballgeschichte, ein Meister der Reflexe und ein noch viel größerer Meister des Humors: Sepp Maier. Wenn man über die großen Torhüter des Weltfußballs spricht, fällt sein Name in einem Atemzug mit Lew Jaschin, Dino Zoff oder Gordon Banks. Doch Sepp Maier war mehr als nur ein herausragender Schlussmann. Er war das freche Gesicht des deutschen Fußballs in den glorreichen 1970er-Jahren, der ruhende Pol in einer Mannschaft von Genies und gleichzeitig der größte Spaßvogel, der je über einen deutschen Rasen geturnt ist. Geboren am 28. Februar 1944 in Metten, hat er mit dem FC Bayern München und der Nationalmannschaft buchstäblich alles gewonnen, was es zu gewinnen gab, und dabei einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen . Seine Karriere ist eine einzige Erfolgsgeschichte, gepflastert mit Rekorden, die bis heute Bestand haben, und Anekdoten, die noch unsere Enkel erzählen werden.

Seine Bedeutung für den Fußball geht weit über die reine Statistik hinaus. Sepp Maier war ein Pionier. Er gehörte zu den Ersten, die mit selbstgebastelten Weichschaumhandschuhen experimentierten, und legte damit den Grundstein für die Ausrüstung, die heute jedes Torwartkind selbstverständlich trägt . Er revolutionierte das Torwarttraining, indem er Abwechslung und Spaß in eine bis dahin oft monotone Knochenarbeit brachte . Vor allem aber lebte er vor, dass man auf höchstem Niveau ernsthaft und dennoch voller Lebensfreude sein kann. Diese Mischung aus unnachgiebigem Siegeswillen und einer Prise anarchischem Humor machte ihn zur Kultfigur und zum Liebling der Fans. In einer Zeit, in der der Fußball noch “Charakter hatte”, wie der Titel seines jüngsten Buches so treffend verrät, war Sepp Maier einer der prägendsten Charakterköpfe .

Vom Stürmer zur Katze: Die Anfänge einer Legende

Es ist eine dieser wunderbaren Fügungen des Schicksals, dass Sepp Maier eigentlich gar nicht Torwart werden wollte. Als Jugendlicher beim TSV Haar spielte er am liebsten als Stürmer und empfand es beinahe als Strafe, wenn er im Training einmal ins Tor musste . Er war ein talentierter Turner, mehrfacher oberbayerischer Meister, und brachte alle körperlichen Voraussetzungen mit, aber seine Leidenschaft gehörte dem Toreschießen . Doch dann passierte das, was man heute einen game-changing moment nennen würde. Der Torwart seiner Mannschaft verletzte sich vor einem wichtigen Pokalspiel, und der junge Maier wurde gefragt, ob er nicht einspringen wolle. Er sagte zu, machte seine Sache hervorragend und blieb zwischen den Pfosten .

Diese Leistung blieb nicht unbemerkt. Späher des FC Bayern München wurden auf das Talent aufmerksam und holten ihn 1958 an die Säbener Straße . Zunächst spielte er dort sogar doppelt: Als Stürmer in der zweiten und als Torwart in der ersten Schülermannschaft. Die Stürmerkarriere gab er aber schnell auf, sehr zum Vorteil der Fußballgeschichte – und, wie er selbst schmunzelnd anmerkt, auch zum Vorteil von Gerd Müller: “Hätt‘ ich das mit dem Stürmer durchgezogen, hätt‘s den niemals beim FC Bayern gegeben” . 1962 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag, und ab der Regionalliga-Saison 1963/64 war er die unumstrittene Nummer 1 im Tor der Münchner . Der Aufstieg in die Bundesliga 1965 war der Beginn einer beispiellosen Ära. Hier, in Anzing, wo er lebte, erwarb er sich auch seinen legendären Spitznamen: Die “Katze von Anzing”. Sein Turner-Körpergefühl, seine katzenartigen Reflexe und seine unglaubliche Beweglichkeit machten ihn für Stürmer nahezu unbezwingbar .

Rekorde für die Ewigkeit: Die Serie des Sepp Maier

Wenn man über die Karriere von Sepp Maier spricht, kommt man an einem Wort nicht vorbei: Rekord. Und einer davon ist so außergewöhnlich, dass er wohl für immer Bestand haben wird. Zwischen 1966 und 1979 absolvierte Maier unglaubliche 442 Bundesligaspiele in Folge für den FC Bayern . Stellen Sie sich das einmal vor: 442 Mal hintereinander stand er zwischen den Pfosten, Woche für Woche, Saison für Saison. Er überstand Verletzungen, Sperren und Formsachen und war stets der ruhende Pol seiner Mannschaft. Diese Zahl ist mehr als nur eine Statistik; sie ist der Beweis für eine beispiellose Konstanz, Professionalität und mentale Stärke. Kein anderer Spieler in der Geschichte der Bundesliga hat jemals eine solche Serie hingelegt .

Seine Rekordliste ist aber noch viel länger. Insgesamt brachte er es auf 473 Bundesligaspiele und 709 Pflichtspiele für den FC Bayern, ein Vereinsrekord, der erst im Jahr 2024 von Thomas Müller übertroffen wurde . Mit der deutschen Nationalmannschaft hütete er 95-mal das Tor – bis heute Rekord für einen deutschen Torhüter . In dieser Zeit gewann er mit seinem Verein und dem Land buchstäblich jeden Titel, den es zu gewinnen gab. Er wurde mit den Bayern viermal Deutscher Meister (1969, 1972, 1973, 1974) und viermal DFB-Pokalsieger. Im Europapokal der Landesmeister, dem Vorläufer der Champions League, triumphierte er dreimal in Folge (1974, 1975, 1976) und gewann zudem den Europapokal der Pokalsieger (1967) und den Weltpokal (1976) .

WettbewerbTitel / ErfolgJahre
NationalmannschaftWeltmeister1974
Europameister1972
WM-Dritter1970
FC Bayern MünchenDeutscher Meister1969, 1972, 1973, 1974
DFB-Pokalsieger1966, 1967, 1969, 1971
Europapokal der Landesmeister1974, 1975, 1976
Europapokal der Pokalsieger1967
IndividuellFußballer des Jahres1975, 1977, 1978
Deutschlands Torhüter des Jahrhunderts1998

Der Weltmeister von 1974: Endspiel und Wasserschlacht

Der absolute Höhepunkt seiner Karriere war zweifellos das Jahr 1974. Zunächst führte er den FC Bayern nach einem dramatischen Wiederholungsfinale gegen Atlético Madrid zum ersten Gewinn des Europapokals der Landesmeister. Nur wenige Wochen später stand in seinem München das WM-Finale an. Die deutsche Mannschaft traf auf das Wunderteam der Niederlande um Johan Cruyff. Doch ohne Sepp Maier wäre der Gewinn des zweiten Sterns auf dem Trikot kaum vorstellbar gewesen. Schon das vieldiskutierte Halbfinale gegen Polen, die berühmte “Wasserschlacht von Frankfurt”, war eine einzige Glanzparade des Bayern-Torhüters. Bei strömendem Regen hielt er seinen Kasten sauber und bewahrte die Mannschaft vor dem Aus. Günter Netzer brachte es später auf den Punkt: “Unser Weiterkommen war einzig und allein Sepp Maier zu verdanken” .

Im Finale gegen die Niederlande steigerte er sich dann noch einmal. Nach dem frühen 1:2-Rückstand durch ein Tor von Paul Breitner, waren es vor allem die zweite Halbzeit und die minutenlange Belagerung des deutschen Tores durch die Niederländer, die zur Bühne für Maier wurden. Er fischte Bälle aus den unmöglichsten Ecken, lag schon geschlagen am Boden, um dann blitzschnell wieder hochzuschnellen und den nächsten Schuss zu entschärfen. “Polen und das Endspiel waren meine Spiele”, gab er später zu, fügte aber bescheiden hinzu: “Man ist gemeinsam Weltmeister, da ist kein Einzelner dran schuld” . Nach dem Schlusspfiff, als Gerd Müller auf den Knien dankte, dachte der erschöpfte Maier nur: “Gott sei Dank ist endlich Schluss” . Wenig später sah man ihn dann doch strahlend mit dem WM-Pokal auf dem Kopf – ein Bild, das sich ins kollektive Gedächtnis der Nation eingebrannt hat.

Der Tüftler und Erfinder: Mehr als nur glückliche Hände

Sepp Maier war aber nicht nur ein reaktionsschneller Athlet, sondern auch ein kluger Denker und Tüftler. In den 1960er- und 1970er-Jahren waren Torwarthandschuhe oft nicht viel mehr als einfache Lederhandschuhe, die bei Nässe auf dem nassen Lederball kaum Halt boten. Maier, der immer nach Verbesserungen suchte, begann deshalb, selbst zu experimentieren. Er nähte und klebte sich eigene Handschuhe mit Weichschaumstoffpolstern, um den Ball besser fangen zu können. Er war einer der Ersten, der die Notwendigkeit von speziellem Grip erkannte, und arbeitete später mit Herstellern wie Reusch an der Entwicklung der ersten “Soft-Grip”-Handschuhe. “Alle Torhüter heute sollten mir dankbar sein, wenn sie die Bälle festhalten”, sagte er einmal mit einem Augenzwinkern .

Seine Innovationsfreude beschränkte sich nicht auf die Ausrüstung. Auch seine Kleidung war unkonventionell. Er trug seine Trikots oft ohne die üblichen Werbeaufkleber oder Verbandsabzeichen – im WM-Finale 1974 zierte nicht einmal der DFB-Adler sein blaues Hemd . Und seine weiten, fast sackartigen Hosen wurden zu seinem Markenzeichen. Auch als Trainer dach er neue Wege. Als Torwarttrainer der Nationalmannschaft und des FC Bayern setzte er auf abwechslungsreiches, fast spielerisches Training, weit weg vom stumpfsinnigen “Kaputtmachen”, das er selbst noch erlebt hatte. “Es ist viel besser, wenn man eine Übung fünf-, sechsmal konzentriert macht als 30-mal hintereinander – im Spiel bekommst du auch nicht 30-mal den gleichen Schuss aufs Tor”, erklärte er seine Philosophie . Unter seinen Schülern war nicht zuletzt Oliver Kahn, den er über viele Jahre zu einem der besten Torhüter der Welt formte.

Der Meister der Anekdoten: Humor auf und neben dem Platz

So sehr Sepp Maier für seine sportlichen Leistungen verehrt wird, so sehr wird er für seinen unvergleichlichen Humor geliebt. Er war der geborene Geschichtenerzähler und Spaßvogel, der Kabarettist unter den Fußballern. Seine Streiche sind legendär. Einem Journalisten schmuggelte er einmal einen Ziegelstein statt der Schreibmaschine in die Tasche. Dem verdutzten DFB-Masseur Adi Katzenmaier hüpfte kurz vor der WM 1990 ein lebendiger Hase aus der Tasche, als Maier ihn dort zuvor versteckt hatte . Selbst auf dem Platz war er immer für eine Pointe gut. Als sich einmal eine Ente auf den Rasen des Münchner Olympiastadions verirrte, jagte er ihr in einem legendären Hechtsprung hinterher .

Diese Geschichten zeigen den Menschen hinter dem Sportler. Einen Menschen, der sich nie zu schade war, die Menschen zum Lachen zu bringen, und der das Leben mit beiden Händen packte. In zahlreichen TV-Auftritten, ob als Karl Valentin oder als Zauberer, bewies er sein komödiantisches Talent . Aber auch im Privaten und im Umgang mit Wegbegleitern war dieser Humor allgegenwärtig. Im Gespräch mit unserem Partner, dem Portal Heimat Sport, verriet er einst eine wunderbare Anekdote über seinen Freund und Mitspieler Gerd Müller, die mehr über das Duo verrät als jede Statistik. Gefragt nach den großen Spielen von Gerd Müller, antwortete Maier mit einer typischen Geschichte:

“Shamrock Rovers. November 1966, Achtelfinale im Pokal der Pokalsieger, Rückspiel im Grünwalder Stadion. Vergess ich nie. Auswärts haben wir 1:1 gespielt, daheim stand’s zehn Minuten vor Schluss 2:2. Wir waren kurz vor dem Aus, plötzlich ein Schuss der Iren, ich war schon geschlagen. Aber der Gerd kratzte den Ball von der Torlinie, lief nach vorne und schoss im Gegenzug das 3:2.” 

Diese Anekdote zeigt die außergewöhnliche Verbindung der beiden, die auch abseits des Platzes bestand – etwa beim Schafkopfen, wo Müller dem Freund regelmäßig die Spielprämie abknöpfte . Sie beweist auch, dass Maiers Humor nie oberflächlich war, sondern immer von einer tiefen Menschlichkeit und Verbundenheit zu seinen Weggefährten getragen wurde.

Das jähe Ende und ein neues Leben

Die Karriere des scheinbar Unverwüstlichen fand ein abruptes und tragisches Ende. Am 14. Juli 1979 verunglückte Sepp Maier bei einem schweren Autounfall. Durch Aquaplaning geriet er auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Wagen. Die ersten Diagnosen im Krankenhaus lauteten auf einige gebrochene Rippen. Doch sein Freund Uli Hoeneß, damals gerade Manager beim FC Bayern geworden, veranlasste eine zweite Untersuchung durch den Vereinsarzt. Diese offenbarte das ganze Ausmaß der Verletzungen: ein zerrissenes Zwerchfell, eine verlagerte Leber, eine geplatzte Lunge – 2,5 Liter Blut hatten sich in seiner Bauchhöhle gesammelt. Eine Notoperation rettete ihm das Leben .

Obwohl er im November 1979 das Training wieder aufnahm, war die Karriere auf höchstem Niveau beendet. Die “Katze von Anzing” stand nie wieder in einem Pflichtspiel im Tor. Ein Schock für den deutschen Fußball. 20 Minuten in seinem Abschiedsspiel waren der letzte Auftritt einer Legende . Doch Sepp Maier wäre nicht Sepp Maier, wenn er in dieser Situation nicht das Beste daraus gemacht hätte. Er blieb dem Fußball als Torwarttrainer treu und feierte in dieser Funktion große Erfolge: Weltmeister 1990, Europameister 1996 und Champions-League-Sieger 2001 mit den Bayern . Abseits des Platzes entdeckte er seine Liebe zu anderen Bällen. Er wurde im Tennis viermal deutscher Meister mit seinem TC Hasenbergl und betrieb jahrelang eine Tennisanlage in Anzing. Und als Golfer brachte er es auf ein beachtliches Handicap von 6,5 .

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Der letzte Lausbub: Maiers Blick auf den modernen Fußball

Heute, mit 81 Jahren, ist Sepp Maier immer noch ein gefragter Mann. Er reist mit seiner Bühnenshow “Als der Fußball noch Charakter hatte” durch die Lande und begeistert das Publikum mit seinen Geschichten . Bei diesen Auftritten wird er oft nach seiner Meinung zum heutigen Fußball gefragt. Und der nimmt er, wie man sich denken kann, kein Blatt vor den Mund. Er vermisst die alte Tugend der Treue, als Spieler wie er oder Gerd Müller ihre gesamte Karriere bei einem Verein verbrachten. Heute, so sein Eindruck, gehe es oft nur noch ums Geld, und Spieler oder deren Berater verhandelten schon mit neuen Clubs, kaum dass der Vertrag unterschrieben sei. Ganz moralisierend will er aber nicht klingen: “Man kann das den Leuten aber nicht verübeln, ansonsten wären sie ja blöd” .

Er selbst ist das perfekte Gegenbeispiel. Er war nicht nur ein One-Club-Man, sondern eine Person, die den Verein und den Fußball mitgeprägt hat. Sein Leben ist der Beweis, dass man mit Leidenschaft, Können und einer ordentlichen Portion Selbstironie weit kommen kann. Seine Auftritte sind heute keine Nostalgie-Veranstaltungen, sondern lebendige Geschichtsstunden. Ob er mit Florian Silbereisen auf Tour geht, als Zauberer auftritt oder mit dem Publikum das WM-Lied grölt – er ist immer noch “frech und schnappig”, wie er selbst sagt . Er ist der letzte Lausbub einer goldene Ära, der uns daran erinnert, dass Fußball vor allem eines sein sollte: ein Spiel.

Sepp Maier ist und bleibt eine einzigartige Erscheinung. Ein Jahrhunderttorwart, ein Erfinder, ein Trainer, ein Entertainer. Er hat Rekorde aufgestellt, die für die Ewigkeit sind, und Geschichten geschrieben, die unsterblich sind. Die “Katze von Anzing” wird immer einen Platz im Herzen der Fußballfans haben – als einer der Größten, die dieses Spiel je gesehen hat.

Häufig gestellte Fragen zu Sepp Maier

Wie kam Sepp Maier zu seinem Spitznamen “Die Katze von Anzing”?

Sepp Maier erhielt seinen Spitznamen aufgrund seiner außergewöhnlichen Reflexe, seiner katzenartigen Beweglichkeit und seiner Flexibilität im Tor. Er wohnte in Anzing bei München, und die Kombination aus seinem Wohnort und seinen Fähigkeiten als Torhüter, der selbst unmöglich scheinende Bälle fing, brachte ihm diesen Beinamen ein . Seine Turner-Vergangenheit trug maßgeblich zu dieser Geschmeidigkeit bei .

Welche Rekorde hält Sepp Maier bis heute?

Sepp Maier hält zwei bedeutende Rekorde im deutschen Fußball. Sein beeindruckendster Rekord ist die Serie von 442 aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen für den FC Bayern München, die er zwischen 1966 und 1979 aufstellte. Diese Bestmarke hat bis heute Bestand . Zudem ist er mit 95 Länderspielen der Rekordtorhüter der deutschen Nationalmannschaft .

Welche Vereinstitel hat Sepp Maier mit dem FC Bayern gewonnen?

Mit dem FC Bayern München gewann Sepp Maier buchstäblich alles, was es in seiner aktiven Zeit zu gewinnen gab. Dazu gehören:

  • 4x Deutscher Meister (1969, 1972, 1973, 1974)
  • 4x DFB-Pokalsieger (1966, 1967, 1969, 1971)
  • 3x Europapokalsieger der Landesmeister (1974, 1975, 1976)
  • 1x Europapokalsieger der Pokalsieger (1967)
  • 1x Weltpokalsieger (1976) 

Wie beendete Sepp Maier seine aktive Karriere?

Seine aktive Karriere endete abrupt und tragisch durch einen schweren Autounfall am 14. Juli 1979. Sepp Maier erlitt dabei lebensgefährliche innere Verletzungen, darunter eine geplatzte Lunge und ein zerrissenes Zwerchfell. Obwohl er das Training wieder aufnahm, konnte er nie wieder an sein altes Leistungsniveau anknüpfen und musste seine Laufbahn als aktiver Spieler beenden .

Was machte Sepp Maier nach seiner Spielerkarriere?

Nach seiner Spielerkarriere blieb Sepp Maier dem Fußball als Torwarttrainer erhalten. Er war von 1988 bis 2004 für die deutsche Nationalmannschaft tätig und von 1994 bis 2008 für den FC Bayern München. In dieser Funktion betreute er unter anderem Oliver Kahn und gewann als Trainer den WM-Titel 1990 und die Champions League 2001 . Zudem ist er für sein soziales Engagement bekannt, etwa als Botschafter für die José Carreras Leukämie-Stiftung . Privat ist er ein begeisterter Tennisspieler und Golfer .

Fazit

Sepp Maier ist mehr als nur eine Fußballlegende. Er ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte, ein Symbol für eine Ära, in der Fußball nicht nur Geschäft, sondern vor allem Herzenssache war. Seine Bilanz als Spieler ist atemberaubend, seine Rekorde sind legendär, und sein Einfluss auf die Entwicklung der Torwartposition ist bis heute spürbar. Doch was ihn wirklich unsterblich macht, ist sein Charakter. Er war der Beweis dafür, dass man mit einer Prise Humor und einer gesunden Portion Selbstironie nicht weniger erfolgreich ist. Im Gegenteil: Gerade diese Lockerheit machte ihn in den entscheidenden Momenten so stark und so unberechenbar für seine Gegner. Die “Katze von Anzing” hat geschnurrt, wenn es drauf ankam, und gefaucht, wenn es sein musste. Er hat den Fußball reicher gemacht – mit seinen Paraden, seinen Toren, seinen Innovationen und seinen Geschichten. Er war und ist ein Original, und in einer immer uniformeren Fußballwelt sehnen wir uns heute mehr denn je nach solchen Persönlichkeiten. Sepp Maier hat dem Fußball ein Gesicht gegeben – und vor allem ein Lächeln.

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